Johannes Kepler | Astronom, …, Data Scientist

Data Science ist in der modernen Informationstechnologie ein heißes Thema. Harvard Business Review schreibt

Data Scientist: The Sexiest Job of the 21st Century

Unbestritten ist der Job spannend, sexy und aktuell. Es sollte aber bitte nicht behauptet werden, dass es sich um einen neuen Trend handelt. Unter Data Science versteht man

Die Extraktion von Wissen aus Daten

Dies ist wahrlich kein neuer Ansatz, Wissen zu gewinnen.

Beispiel: Die Geschichte der modernen Astronomie begann mit Data Science

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Johannes Kepler (1610)

Im Jahr 1609 veröffentlichte der Philosoph, Mathematiker und Astronom Johannes Kepler seine Arbeit Astronomia nova und beschrieb darin das 1. und 2. Keplersche Gesetz. Er nutzte für seine Arbeit unter anderem die Daten des dänischen Astronomen Tycho Brahe, der umfangreiche Aufzeichnungen zu Sternbeobachtungen in seinem Nachlass hinterlassen hatte. Die Ableitung der Keplerschen Gesetze erfolgte über die Auswertung von Messdaten. Das Wissen, dass sich die Planeten in unserem Sonnensystem auf elliptischen Bahnen bewegen, wurde extrahiert aus Messdaten der Planetenpositionen. Damit entspricht diese Vorgehensweise eindeutig der aktuellen Definition von Data Science.

Die Bedeutung dieser Arbeiten ist heute hinlänglich bekannt. Johannes Kepler wurde hiermit zum einem wesentlichen Begründer der modernen Naturwissenschaften. Auch mit diesen Erkenntnissen wurden wichtige Bausteine für das spätere Zeitalter der Aufklärung gelegt.

Bessere Werkzeuge durch aktuelle Entwicklungen in Naturwissenschaft und Informationstechnologie

Woher kommt also der Hype um diese alte Methodik? Heute haben die Informationstechnologien Werkzeuge entwickelt, mit der Daten in früher noch ungeahnten Mengen gespeichert und auch in endlicher Zeit verarbeitet werden können. Auch die klassischen Natur- und Geisteswissenschaften haben nicht geschlafen, sondern erweitern ihren Jahrhunderte alten Werkzeugkasten permanent um neue Methoden. Die Herausforderung für die Zukunft wird sein, diese Entwicklungen miteinander zu verknüpfen und interdisziplinäre Teams zu bilden, die sich neuen Fragestellungen widmen. Netzwerke und Collaboration werden immer wichtiger, zur Bearbeitung aktueller Fragestellungen ist die Zusammenarbeit aus den unterschiedlichsten Fachbereichen gefordert.

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